Wappenbegründung aus dem Jahre 1986 von Erich Vierbuchen

Das niederadelige Geschlecht derer „von Alsdorf“ begegnet uns in der Zeit von 1248 bis 1464. Es gehörte zu den Familien an den Flussläufen von Sieg und Heller, die die schräggestellten Rauten im Wappen führten. Sie waren Nachkommen der Edelfreien von Nister.

Mit denen von Alsdorf, genauer mit Wilhelm von Alsdorf (Amilardisdorp) beginnt die Alsdo4rfer Geschichte im Jahre 1248. Er ist Zeuge einer Urkunde des Zisterzienserklosters in Marienstatt.

Es ist daher sinnvoll, die drei Rauten in der Form, wie sie Wilhelm von Alsdorf, der letzte dieses Geschlechts, 1453 im Siegel geführt hat, schräglinks im Alsdorfer Wappen in den Mittelpunkt zu stellen.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Alsdorf seit spätmittelalterlicher Zeit zu den bedeutendsten Industrieorten des damaligen Grafschaft Sayn. In den Tallagen der Gemeinde, mit der Wasserkraft der Flussläufe von Heller, Daade und Steinebach, entwickelte sich ein Zentrum der Eisenerzeugung, das über 500 Jahre Bestand hatte und zu Wohlstand führte.

1597 erbrachte Alsdorf mit 27 abgabepflichtigen Haushalten das höchste Steueraufkommen im Bereich der heute späteren Verbandsgemeinde Betzdorf. 1741 lagen die Abgaben noch über denen des Kirchspieldorfes Kirchen, und in der Mitte des 19. Jahrhunderts lagen sie mit 537 Talern bei 400 Einwohnern noch über denen von Betzdorf mit 378 Einwohnern.

In vier Hütten an den erwähnten Flussläufen brannten die Feuer:

  • Von 1472 bis 1885 in der Alsdorfer Eisenhütte an der Heller. Sie zählte zu den größten saynischen Hütten, die, soweit die schriftliche Überlieferung reicht, die höchsten Produktionszahlen in der Roheisenerzeugung aufwies.
  • Bis 1754 war die Alsdorfer Kupferhütte am Unterlauf des Steinerother Baches in Betrieb. Bis zu diesem Zeitpunkt stand der Kupfererzbergbau in Alsdorf und seiner Nachbarschaft noch in Blüte.
  • Von 1478 bis 1825 war die Alt-Grünebacher Eisenhütte, deren Betriebsgelände zur einen Hälfte auf Alsdorfer und zur anderen Hälfte auf Grünebacher Gelände stand, in Tätigkeit. Die Hütte gehörte bis 1742 den jeweiligen Landesherren. Sie verschmolzen hier den Zehnten der Gruben, den sie als Naturalabgabe von diesen erhielten. Ihr Standort lag an der Daade.
  • In der Zeit von 1738 bis 1963 ist die Neu-Grünebacher Hütte an der Heller bezeugt. Sie war unter maßgeblicher Beteiligung der Alsdorfer Gewerken errichtet worden.

Auf den Bergbau (Eisen-, Kupfer, Kobalterzbergbau) weisen noch die Namen der eingefallenen Stollen hin: „Alexander“, „Laura“, „Wilhelmsglück“, „ Maiblume“, „Max“ und „Burgeck“ am Alsberg, und am „Alten Bornskopf“ hin, sowie der „ Rote Löv“, „Grüne Aue“, „Gottessegen“ und „Falkenberg“  auf dem Massiv des Arsberges hin.

Die Bedeutung dieser Industriezweige für Alsdorf symbolisieren ein goldener Hammer und ein goldener Schlägel, mit gekreuzten Stielen im oberen roten Feld.   

Nach Hütten und Bergwerken stand in Alsdorf die Bodennutzung durch Landwirtschaft und vor allem Betriebe, die deren Erzeugnisse weiterverarbeiteten: Lohmühlen, Gerbereien und Getreidemühlen an folgender Stelle. An der Alsdorfer Bannmühle waren über Jahrhunderte die Einwohner der umliegenden Ortschaften „gebannt“, d.h. sie konnten nur hier ihr Getreide mahlen lassen.

Daneben haben in Alsdorf der Wald und die Haubergswirtschaft eine bedeutende Rolle gespielt. Die Pflege des Wildbestandes fand früher wie heute Beachtung.

Für die Landwirtschaft, Nebenbetriebe, Wald, Hauberg und Jagd steht das untere grüne Feld. Der goldene Wellenschildfuß symbolisiert die drei Flüsse Heller, Daade und Steinerother Bach. Sie hielten über Jahrhunderte die Wasserräder der Alsdorfer Hütten und Nebenbetriebe in Gang. Sie waren gleichsam die Motoren für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand vergangener Jahrhunderte. Darum ist im unteren Feld das goldene Wasserrad über dem Wellenschildfuß integriert.

Die Symbole Hammer und Schlägel sowie das Wasserrad stehen aber auch für Wirtschaft, Industrie und Gewerbe heute in Alsdorf. In vierzig nicht landwirtschaftlichen Arbeitsstätten werden hier ca. 900 Menschen beschäftigt. Etwa die Hälfte aller erwerbstätigen Alsdorfer Einwohner finden innerhalb der Gemeinde Arbeit und Brot.