Ortsansichten

_________________________________________

Orstdurchfahrt in den 30-iger Jahren und Bau der neuen Straße bis 1856

Die drei nebenstehenden Fotos zeigen die Ortsdurchfahrt zwischen dem Gasthof zum Kriegerdenkmal und der Metzgerei Himmrich in den 1930-iger Jahren. Das obere und das untere Foto zeigt das Haus Gerlach Himmrich, dahinter die Metzgerei Himmrich. Diese Passage war so eng, dass nur ein Fuhrwerk die Stelle passieren konnte. Begegnungsverkehr war nicht möglich. Für den steigenden Autoverkehr war das nicht zumutbar. Das Haus Gerlach Himmrich wurde letztlich abgerissen. Das mittlere Foto zeigt die heute noch bestehende Scheune vom Haus Oberländer.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts, nach Eingliederung der rheinischen Gebiete in den preußischen Staat, begann der großflächige Ausbau des Straßennetzes. Die Verkehrsverbindungen wurden vom Staat gebaut und auch unterhalten und nicht mehr wie zuvor von den eh geldschwachen Gemeinden. Zwischen 1845 und 1856 wurde die sogenannte Provinzialstraße von Betzdorf in den Freien Grund gebaut, die somit auch durch Alsdorf führen musste. Die wirtschaftliche Situation der Gemeinde war zu dieser Zeit schlecht. Billige Roheisenimporte aus England setzten der heimischen Hüttenindustrie zu. Einige schlechte Ernten verschärften die prekäre Situation, so dass die Alsdorfer Gemeindeväter im Februar 1847 „rücksichtlich der gedrückten Zeitverhältnisse“ die finanzielle Beteiligung der Gemeinde am Straßenbau ablehnten. Von der preußischen Verwaltung vor die Alternative gestellt, „dann wird die Straße an Alsdorf vorbei gebaut“, gab man schließlich nach – und zahlte.
Tatsächlich gab es einen Plan, nach dem die neue Straße vom damaligen Standort der Alsdorfer Eisenhütte (heute der Dorfpark) direkt in Richtung Grünebacher Hütte abgebogen wäre und somit den Alsdorfer Ortskern umgangen hätte. Letztlich wurde die Straße genau in der Trasse gebaut, in der sie auch heute noch verläuft. Die Gemeinde übernahm sogar auch alle Entschädigungskosten für Grundstücke, die für den Straßenbau benötigt und den Besitzern abgekauft werden mussten. Nach Fertigstellung der Straße im Jahre 1856 verpflichtete die Gemeinde sich zur Erhebung von „Chausseegeld“. Dazu wurde auf der Hellerbrücke in der Ortsmitte ein Schlagbaum installiert, an dem die Fuhrwerke eine Gebühr, deren Höhe sich an der Länge des Weges der befahren werden sollte und am Gewicht des Fuhrwerkes orietierte, an den dort postierten königlich-preußischen Grenzaufseher entrichten mussten.  

Dieser Straßenabschnitt ist bis heute ein Nadelöhr geblieben. Bei Begegnungsverkehr mit einem LkW muss der Gegenverkehr regelmäßig warten, bis der LkW die Brücke und die beiden engen Kurven passiert hat.

_________________________________________

Der frühere Kolonialwarenladen von Otto Reeh in der Ortsmitte um das Jahr 1955 (links). Rechts das Kriegerdenkmal in der Weggabelung Lindenstraße / Hofacker. Die Scheune in der Bildmitte wurde Anfang der 1960-iger Jahre abgerissen. Heute steht dort das Wohnhaus der Familie Meiswinkel.

Der Blick geht vom Hofacker über die Geishardt, die Dorfmitte mit der alten Schule in der Bildmitte in Richtung Haltestelle. An Hand der Bebauung lässt sich das Foto auf die Zeit vor dem 2. Weltkrieg datieren. Das Ebenland ist noch komplett unbebaut. Am Schutzbacher Weg stehen lediglich die Häuser Molzberger und Haubrich, und entlang der Hauptstraße stehen noch die imposanten Strßenbäume, die in den 1960-iger Jahren dem Straßenausbau weichen mussten.

Blick vom Kreuzland auf die Hellerstraße mit dem Gelände der Firma Brenner, sowie den weitgehend unbebauten Bereich „Auf der Burg“ bis zum Arsberg im Hintergrund.

_________________________________________

Am unteren Bildrand ist ein Teil des Friedhofes erkennbar. Darüber in der linken Bildhälfte Häuser im Weitefelder Garten. Rechts in der Bildmitte der Ortskern. Bei genauem Hinschauen ist das Hüttenschulzenhaus erkennbar. Das Gelände des heutigen Baugebiets „Am Arsberg“ wird noch komplett landwirtschaftlich genutzt.

Hier ist die alte Hellerbrücke neben der Metzgerei Himmrich zu sehen. Links am Bildrand mündet der Steinerother Bach in die Heller. Offensichtlich ist gerade Waschtag. Eine Frau steht an der Heller und wäscht ihre Wäsche. Die sauberen Wäschestücke liegen auf der Wiese zum bleichen.

_________________________________________

Für dieses Foto stand der Fotograph in der heutigen Bergstraße. In der Bildmitte ist die sogenannte kleine Schule zu sehen, die später in das Gebäude der heutigen Schule integriert wurde. Mehr zur Geschichte der Schule lesen Sie unter dem Menüpunkt „Schule“.

Blick auf die letzten Häuser in der Lindenstraße. Links das Haus Richter / Bechheim. Rechts das Haus Himmrich, der letzte Alsdorfer Landwirt.

_________________________________________

Blick aus der Lindenstraße in Richtung Hauptstraße. Links das Haus Göldner, rechts die Scheune, in der zur Zeit des Bergbaus eine Schmiede betrieben wurde. Auf der linken Seite (hinter den Personen) die Rückseite der Kriegerdenkmalanlage.

Spielende Kinder vor Göldner’s Scheune (siehe nebenstehendes Bild).

Blick auf die katholische Kirche vom Alsberg aus. Am linken Bildrand ist noch gut der Steinbruch zu erkennen, in dem die Steine für den Neubau der Kirche gebrochen wurden. Im Hintergrund ist der Qualm aus dem Schornstein der Grünebacher Hütte zu erkennen. Das Bild muss also vor 1963 entstanden sein, denn da wurde die Hütte stillgelegt.

_________________________________________

Blick aus der Lindenstraße auf die Hauptstraße im Winter. Rechts steht noch die Scheune der Familie Göldner. Die wurde später abgerissen und das Haus Meiswinkel gebaut. Links ist der noch nicht überbaute Steinerother Bach zu sehen. Gegenüber auf der anderen Straßenseite steht noch das Schlachthaus der Metzgerei Himmrich.

Das Haus der Familie Wulf an der Ecke Schutzbacher Weg / Hauptstraße.

_________________________________________

Gesamtansicht von der Burg Richtung Arsberg. Am unteren Rand ist der Lagerplatz des Sägewerkes zu erkennen. Das markante Fachwerkhaus darüber ist das frühere Wohnhaus der Familie Wertmann, das wegen Verbreiterung der Hauptstraße Anfang der 1960-iger Jahre abgerissen wurde.
Es ist Erntezeit. Auf den Feldern am Fuße des Arsberges ist das Getreide geschnitten und zum Trocknen aufgestellt.

Blick auf das Hüttenschulzenhaus in der Bildmitte von der noch nicht ausgebauten Schützenstraße aus gesehen. Auf der anderen Straßenseite das Haus Oberländer. Dazwischen steht noch der später abgerissene Backes. Da die Kirche bereits steht, muss das Foto nach 1955 entstanden sein.

Ortsansicht mit der Kirche in der Bildmitte. Die fünf auffällig hellen Häuser stehen in der Weiherstraße. Die wurden alle im gleichen Zeitraum erbaut, Ender der 1950-iger Jahre.

Blik auf die Kirche in der Bildmitte. Da die Kirche zwar schon steht, jedoch der katholische Kindergarten noch nicht, stammt das Foto aus dem Ende der 1950-iger bis Anfang der 1960-iger Jahre. Auffällig ist die intensive Nutzung des gesamten Bereiches in der Au für Gartenanlagen und Obstwiesen.

_________________________________________

Zwei Fotos vom sogenannten Jahrhunderthochwasser im Februar 1984. Das Wasser der Heller stand im Bereich der Rhenag-Brücke auf der L280 und in der der Geishardt. Der Straßenverkehr war lahmgelegt.